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Inhalt 07/03
Sonderausgabe


Die Garde Innos'
   
Unser schönes Khorinis
gepostet im Sommer 2003
 
Kano

s war mal wieder ein angenehmer Tag, trotz der Hitze. So langsam neigte sich die Sonne dem Untergang und eine erfrischende Brise von der See her zog durch die Gassen des Städtchens Khorinis. Kano stand am Tor zum oberen Viertel und lauschte der Stadt. Wenn man genau hinhörte, dann teilte sie einem viel mit, die Worte der Marktschreier, Unterhaltungen von Hausfrauen, die noch schnell letzte Einkäufe und anderen Arbeiten erledigten, bevor ihre Männer heim kamen und etwas Warmes zu essen erwarteten und gelegentlich auch strenge Rufe der Soldaten, die einen Streit schlichteten.

Es war ein Tag wie jeder andere. Und dennoch wurde es nie langweilig. Es gab einiges zu tun, für die Garde. War es doch ihre Aufgabe, in der Hafenstadt für Recht und Ordnung zu sorgen. Es galt kleinere und größere Verbrechen zu aufzuklären und die Schuldigen zu fassen, ebenso wie die Stadt zu schützen, vor Angriffen von außen. Söldner und Orks waren stets eine Bedrohung, obwohl es hieß, dass es zur Zeit auf Onars Hof Wandlungen im Gefüge der Macht gab.

"Hey Kano, schon wieder freiwilliger Wachdienst?"
Von hinten her trat Mantor zu seinem Kameraden und blieb neben diesem stehen, ein Schmunzeln im Gesicht.

Jäh aus den Gedanken gerissen blickte der Angesprochene zu seinem Gefährten hinüber, dann aber gleich wieder über die Dächer seiner Heimat hinweg.
"Nein, kein Wachdienst, das machen die Beiden schon..."
Der Krieger wies auf die beiden Soldaten zu beiden Seiten des Tores.
"Ich lasse nur etwas den Abend ausklingen, hatte viel zu tun, heut."

"Verstehe. Hast du schon gehört? Lee soll gestürzt worden sein. Mann, bei diesen Wilden geht es wirklich zu...was meinst du, werden wir diesen Umstand nutzen, um sie uns vom Hals zu schaffen?"
Mantors Blick sagte alles, es war eine Flamme, die da loderte, es sehnte den Kämpfer nach einem Abenteuer und die Situation der Söldner kam da gerade richtig.
  "Keine Ahnung, das zu entscheiden obliegt den Lords. Aber ich denke, es gibt zur Zeit zuviel anderes. Wir brauchen neues Erz. Außerdem haben die beiden Brände in der Stadt den kriminellen Elementen einen neuen Schub versetzt. Nein mein Freund, ich denke nicht, dass wir sie angreifen werden.
Aber du kannst dich ja noch für den Einsatz im Minental melden. In der Burg wird jeder Mann gebraucht, Freiwillige sind da willkommen."

"Hmm, lass mal, da ist es mir zu...grün. Orks so weit das Auge reicht, so wild muss es nun auch nicht sein. Außerdem hab ich was gegen Riesenechsen."
Mantor grinste breit und kratzte sich etwas hinter dem Kopf.
"Aber vielleicht eskortiere ich mit den Erztransport. Sag mir bescheid."

Kano nickte und betrachtete den Soldaten in mittleren Jahren, einige Kämpfe hatte er schon durchstanden, der Krieg hatte ihn gezeichnet. Er war erfahren und weise, aber dennoch glühte noch immer der Funke eines Kriegers in ihm.
"Mach ich, verlass' dich drauf. Gute Männer können wir dabei immer gebrauchen."

"Danke Mann, das ist nett. Ich muss hier mal wieder raus, sonst staube ich noch ein.
Aber jetzt muss ich doch erstmal heim, Jana wartet sicher schon mit dem Essen auf mich. Ich sage dir, diese Frau ist eine meisterliche Köchin, du solltest uns mal wieder besuchen."

"Danke für die Einladung, ich komme darauf zurück. Für etwas Gutes zu essen bin ich immer zu haben.
Also dann, mein Freund, grüß mir deine Frau Gemahlin."
Kano nickte seinem Kameraden zu und hob die Hand leicht zum Abschied.

"Mach ich, Kano, du solltest dir auch mal eine suchen, dir dich bekocht. Also dann..."
Mantor schaute etwas verschmitzt und wand sich dann, ebenfalls verabschiedend um.

Kanos Blick verlor sich schnell wieder in der Ferne. Mantor hatte gar nicht so unrecht, vielleicht sollte er wirklich mal...ach...er hatte kaum Zeit und war immer unterwegs, das konnte er keiner zumuten und so verwarf der Soldat und Statthalter den Gedanken schnell wieder, zumindest versuchte er es...
 
In der Oberstadt
gepostet zwischen dem 09. und 19.01.2003
   
Arson

"ier Bursche, das hier auch noch." Grinsend drückte Haestan seinem Kameraden ein grobes Stück Seife in die gepanzerte Hand. Als der untersetzte Mann Arsons verwirrten Blick bemerkte, brach er in schallendes Gelächter aus. Mit tränenden Augen klopfte er dem ehemaligen Novizen auf die Schulter. "Dachtest wohl im Krieg wird nicht auf Sauberkeit geachtet, was Junge? hattest wohl vor den Feind mit deinem Duft in die Flucht zu schlagen!" Wieder brüllte der ältere Krieger los. Arson selbst fand das Ganze weniger lustig. Peinlich berührt blickte er sich um, starrte in die grinsenden Gesichter seiner Kameraden. "Da gibts garnichts zu lachen." brummte der junge Ritter verdrießlich vor sich hin, steckte das Seifenstück eilig in seinen ledernen Rucksack. Das schwere Gepäckstück war bereits prall gefüllt, und so musste Arson sich anstrengen, um das widerspenstige Ding zwischen gräulichen Schleifsteinen und eingewickelten Dörrfleischstreifen unterzubringen. Mit einem kräftigen Ruck schwang der ehemalige Novize sich seinen Sack auf den Rücken, machte sich mit dunklem Blick auf in Richtung Unterstadt. Er hatte keine zwei Ellen hinter sich gebracht, da spürte er den Griff einer schweren Hand auf seiner Schulter. "Ho, Arson." Mürrisch wandte der Ritter den Kopf, nur um in Haestans breites Antlitz zu schauen. Ein freundliches Lächeln umspielte die rauhen Lippen des massigen Streiters. "Hey Kamerad, sag an, welche Laus ist dir über die Leber gelaufen? Verzeih dem alten Haestan wenn er einen Scherz machen wollte." Arson musterte den Krieger mißtrauisch, fand jedoch nur ein ehrlich gemeintes Lächeln und eine freundschaftlich ausgestreckte Pranke. Grinsend schlug er ein. "Natürlich, Haestan. Innos verzeihe mir für meine unwirsche Reaktion. Auf bald, Freund, ich hoffe wir werden uns bald wiedersehen." Haestans Händedruck wurde stärker, entschlossen schlug er seinem jungen Kameraden erneut auf die Schulter. "Das werden wir, sei dir gewiss. Und jetzt geh, geh mit dem Segen Innos." Ein letzter Blick, dann setzte Arson seinen Weg fort. Seine gepanzerten Stiefel hinterließen deutliche Abdrücke im frischen Schnee.

Arson

"rson!" Mit weit ausgreifenden Schritten eilte Einskaldir über den Brunnenplatz, dass die Bestandteile seiner schweren Rüstung nur so schepperten. Im Nu hatte der hochgewachsene Krieger die Distanz zwischen ihm und den drei zerzaust aussehenden Recken, die da gerade durch das Tor des oberen Viertels stapften, überbrückt. Lachend schlug er seinem jungen Kameraden die große Pranke auf die Schulter. "Ho, Junge, schön dich wiederzusehen! Ich hoffe ihr habt den Grünfellen..." Mit einer Handbewegung brachte Arson den Rimmersmann zum Schweigen, die Lippen zu einem traurigen Lächeln verzogen sah er seinem Ordensbruder in die strahlenden Augen. "Später, mein Freund, später. Wir haben eine wichtige Nachricht für Lord Hagen, und müssen deshalb umgehend zu ihm." Schlagartig war der massige Kämpfer ernst geworden, nickte dem ehemaligen Novizen mit harter Miene zu. Innerlich dankte Arson seinem Gott für den glücklichen Umstand, dass Einskaldir ein ruppiger, keinesfalls jedoch ein dummer Mann war. "Dann lauft, Kameraden. Wir treffen uns später." So machten sich die drei Boten aus dem Minental auf den Weg zum Rathaus, um ihre Nachricht dem obersten der Paladine zu überbringen. In dem Körper des Exsträflings hatte sich ein harter Kloß der Spannung gebildet. Bald würde Hagen von den Ereignissen in der Kolonie erfahren, und bei Innos, Arson konnte sich schwerlich vorstellen, dass sein Zorn geringer sein würde als der ihre...

Arson

emütig kniete Arson im großen Besprechungsraum des Rathauses, die gepanzerte Rechte auf die dicken Holzbohlen gestützt, und harrte schweigend auf eine Reaktion seines Vorgesetzten. Schon seit mehreren Minuten starrte Lord Hagen auf den zerknitterten Brief aus dem Minental, seine blauen Augen flogen immer wieder über die verschmierten Zeilen, unterzogen den Inhalt des Schriftstücks einer mehr als nur genauen Prüfung. Die Miene des obersten Paladins war finster, die anfängliche Freude über die Gesundheit der drei zurückgekehrten Ritter war einem dunkeln Grübeln gewichen. Endlich blickte der alte Krieger auf, legte das Pergament mit bedächtigen Bewegungen zur Seite. Arson spürte, wie sich seine Innereien verkrampften. Wie hatte der Paladin entschieden? Würden sie einen weiteren Trupp losschicken, sich den ehrlosen Orks in einer neuen Schlacht entgegenstellen, um ihr unheiliges Dasein endgültig vom Antlitz dieser Erde zu tilgen? Als Hagen seinen Mund endlich öffnete, waren seine Worte mehr als nur überraschend. "Ich danke euch, meine Ritter, für die schnelle Übermittlung dieses Briefs. In der Tat ist dieses Schriftstück von außerordentlicher Wichtigkeit für den gesamten Orden. Seid versichert, dass wir unsere Brüder im Minental nicht im Stich lassen werden." Eine kurze Pause entstand, dann sprach der Kommandant weiter. "Garond schreibt, ihr hättet euch außerordentlich gut geschlagen. Euer Mut und euer Geschick im Kampfe hätten die übrigen Ritter und Paladine zu neuer Kraft verholfen. Des Weiteren habt ihr diesen Brief überbracht, seid durch ein von den Mächten des Bösen belagerten Land gezogen, habt den unheiligen Monstren getrotzt und diese Schrift sicher nach Khorinis gebracht. Eure Taten ehren euch, so wie sie unseren Orden ehren. Ihr habt euch die Würde verdient, in den Kreis der Paladine aufgenommen zu werden. Nur den tapfersten und gläubigsten Kriegern wird diese Möglichkeit gegeben." Hagen trat vor Arson. Anscheinend sollte der ehemalige Novize der Erste sein, der den Eid ablegen würde. "Ich frage dich, Arson, Ritter des Königs. Bist du bereit, nicht nur deinen Leib, sondern auch deine Seele in den Dienst des Gottes des Lebens zu stellen? Bist du bereit, das Licht seiner Lehren in die Welt zu tragen, Gerechtigkeit zu üben, und die Finsternis zu bekämpfen, wo immer du sie antriffst? Bist du bereit, dein Leben im Dienste des Lebens selbst hinzugeben, das Licht deiner Seele für die Seelen aller unschuldiger Menschen dieser Welt zu opfern?" -"Ja Herr, ich bin bereit." Der ältere Lord zog sein Schwert. Schleifend glitt die scharfe Klinge aus der reich verzierten Scheide. "Dann schwöre, Arson. Schwöre beim Licht und Feuer des Lebens selbst." -"Ich schwöre beim Licht und beim Feuer des Lebens, dass ich Innos von nun an bis in alle Ewigkeit dienen werde, und bereit bin, mein eigenes Leben für ihn und seine Kinder zu geben." Der oberste Paladin nickte, ein schmales Lächeln umspielte seine rauen Lippen. Sanft berührte die blinkende Klinge des wunderschönen Schwertes den Halsansatz des jungen Kriegers. Vorsichtig führte Hagen das scharfe Blatt um Arsons Kopf, legte es ihm zweimal auf die linke und zweimal auf die rechte Schulter.
  "Dann erhebe dich, Arson, Paladin des Königs, Hüter des Feuers und Wahrer der Gerechtigkeit. Dein Name soll stehen in den heiligen Schriften unseres Ordens, auf das deine ehrvollen Taten noch in tausend Jahren besungen werden." Der ehemalige Novize, unfähig, auch nur ein Wort zu sagen, nickte voll fanatischer Inbrunst. Noch immer weigerte sich sein Verstand, die Ereignisse der letzten Minuten zu erfassen. Bei Innos, das konnte nur ein Traum sein! Reglos und stocksteif verharrte der frischgebackene Paladin an Ort und Stelle, wartete darauf, dass auch Clay und Burath durch diese Beförderung geehrt wurden. Schon trat Hagen an den nächsten der jungen Recken heran...

Arson

"…nd diese Schnalle hier.." Sludig griff unter die stählernen Ränder des breiten Schulterstücks der Rüstung. Ein Ruck ging durch Arsons Körper, als der kräftige Paladin an der dort versteckten Lederschlaufe zog. "…die steckst du dort durch die Öse." Ein weiterer Ruck, gefolgt von einem metallischen Klicken. Etwas rastete geräuschvoll ein. Zufrieden trat Sludig zurück, beäugte sein Werk mit einem amüsierten Lächeln. "Fertig." Prüfend bewegte Arson seine Glieder, drehte seinen Oberkörper, winkelte die Arme an und ballte die Hände zu Fäusten. Das beachtliche Gewicht des mächtigen Stahlpanzers lastete schwer auf den Schultern des ehemaligen Novizen, doch schon jetzt glaubte er eine beruhigende Vertrautheit mit dem komplizierten Gebilde aus Leder und Eisen zu verspüren. Vorsichtig durchquerte er das große Obergeschoss des Rathauses, machte dann kehrt um zu seinem immer noch grinsenden Freund zurückzukehren. Obwohl der Panzer äußerlich einen klobigen Eindruck machte, fielen dem jungen Paladinen die Bewegungen in ihm überraschend leicht. "Gut siehst du aus, Arson Freund. Wirst sicher einen trefflichen Paladin abgeben." Zwinkernd nahm Sludig den polierten Helm von einer der schweren Eisenkommoden, drückte ihn seinem Kameraden in die gepanzerten Hände. Dieser ließ ihn mit einer fast ehrfürchtigen Bewegung auf sein Haupt sinken. Kühl und hart umschloss die stählerne Schale den Schädel des jungen Kriegers, umhüllte ihn mit einer Schicht aus funkelndem Metall. Prüfend drehte Arson seinen Kopf. Noch nie in seinem Leben hatte er einen Helm getragen, das Gefühl seines Gewichts war zweifellos eine Erfahrung, an die man sich gewöhnen musste. "Nein, Junge, so sitzt er doch nicht richtig. Schau her, die Scharniere deines Visiers müssen in der Nähe deiner Ohren sitzen." Sludig beugte sich vor um Arson seinen Helm zurechtzurücken. Dabei entglitt eine goldene Halskette dem geöffneten Halswulst seiner eigenen Rüstung. Neugierig mustere der ehemalige Sträfling das glitzernde Schmuckstück. Kette und Anhänger schienen aus reinem Gold zu bestehen, eine zierliche, stilisierte Sonne hing an den feinen Gliedern, sieben nadeldünne Strahlen zweigten von der güldenen Scheibe ab. "Die ist sehr schön. Was symbolisiert sie?" Verwirrt blickte Sludig auf, folgte Arsons Blick zu seiner Kette. "Ach das. Das ist nichts Besonderes, die Kette hab ich von meinen Ausbildern beim Abschluss meiner Lehre bekommen." Mit einer schnellen Bewegung ließ er die Kette wieder verschwinden. Ein schmales Lächeln umspielte die Lippen des Paladins, als er Arson kameradschaftlich auf die gepanzerte Schulter klopfte. "Du solltest dir lieber Gedanken um deine Zukunft machen, Bruder. Vergiss nicht, dass Lord Hagen nach dir verlangt hat, nachdem du mit dem Anlegen der Rüstung fertig bist. Du solltest zu ihm gehen." Erschrocken riss der ehemalige Novize seine Augen auf. Bei Innos, Sludig hatte Recht! Eilig verabschiedete er sich von seinem Freund, um anschließend die hölzernen Treppen hinunterzustapfen.

Arson

m Besprechungsraum des Rathauses herrschte geschäftiges Treiben. Lord Hagen hatte seine beiden Berater Albrecht und Ingmar um sich gesammelt, um mit ihnen zusammen über irgendwelche Arson nicht bekannte strategischen Dinge zu diskutieren. Die Karte, über die die drei Krieger gebeugt waren, zeigte ein bizarres Gewirr aus Strichen, Kreuzen und Kreisen, schwarze Stummel alter Kohlestifte lagen auf der schweren Eichenplatte verstreut, traurige Opfer des Planungseifer der heiligen Streiter. Scheppernd schlug Arson seine Faust gegen die gepanzerte Brust, entbot den Paladinen somit seinen Gruß. "Für Innos! Ihr wolltet mich sprechen, Lord Hagen?" Der ältere Kämpfer blickte auf. Hart musterten die wasserblauen Augen den jungen Streiter der Gerechtigkeit, dann stahl sich ein anerkennendes Lächeln auf die derben Züge des Lords. "Ah, Bruder Arson. Da hat Sludig ja einen stattlichen Paladin aus Euch gemacht." -"Ich danke Euch Herr. Ich werde mich bemühen, dieser Ehre gerecht zu werden." Demütig neigte der ehemalige Novize sein Haupt. Hagen nickte nachdenklich."Davon bin ich überzeugt..." Der oberste Paladin wurde wieder ernst. "Ich habe mich mit meinen beiden Offizieren Albrecht und Ingmar unterhalten. Sie stimmen mit mir - und ganz offensichtlich auch mit Garond - darin überein, dass du trotz deiner Jugend über ein beachtliches Potential verfügst. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass du dem Orden am besten in einer kommandierenden Position dienen kannst. Kraft meines Amtes erhebe ich dich in den Rang eines Kommandanten. Ich möchte dass du in das Haus des Richters gehst, und dich dort bei Lord Carthos meldest. Er wird dich über deine neuen Pflichten aufklären." Kommandant? Ungläubig blinzelte Arson seinen Vorgesetzten an, brachte dann jedoch ein akzeptierendes Nicken zustande. Natürlich würde er eine solche Ehre nicht abschlagen. Gepriesen sei Innos, der ihm eine solch wundervolle Möglichkeit gab, die große Schuld seiner Vergangenheit zu tilgen. Mit Feuer und Eisen würde er den wahren Glauben verteidigen, sein Leben zur Ehre des höchsten Gottes auf dem Altar der Schlachten darbringen. So unglaublich es auch war, es gab tatsächlich noch Hoffnung auf Erlösung. Lord Hagen schien die Ungefasstheit des jungen Paladins nicht bemerkt zu haben. Ungerührt fuhr er in seinen Ausführungen fort. "Bruder Albrecht wird dich in der Kunst der Magie unterweisen. Du wirst lernen, deine geistigen Energien durch die Kraft deines Glaubens zu bündeln, und sie als Waffe gegen die Mächte der Finsternis einzusetzen. Dies ist nämlich die wahre Macht eines Streiter Innos', dies ist der Grund, warum es einen heiligen Orden des Lichts überhaupt gibt. Jeder gute Krieger kann ein Schwert schwingen, doch nur die wahrhaft Gläubigen sind in der Lage, die Geschöpfe der Unterwelt durch schiere Willenskraft zu vernichten. Kein Wesen der Finsternis kann in das heilige Licht des Schöpfers blicken, ohne qualvoll zu verenden. Dies ist die wahre Natur unseres Ordens." Der Exsträfling schlug sich abermals auf die Brust. "Beim heiligen Feuer des Erlösers, ich bin bereit." Hagens Lippen verzogen sich zu einem zufriedenen Lächeln. "Du bist wahrhaft ein merkwürdiger entflohener Sträfling, Bruder Arson. Wegtreten. Möge Innos dich behüten."