Warum liest man nie etwas über ficken?
Was Milliarden Online-Spieler schon immer über Sex wissen wollten.
In Zeiten in denen die Software-Industrie alle Kräfte daran setzt ihre
Produkte immer mehr zu perfektionieren, stellt man als Konsument dieser unzähligen
virtuellen Welten einen zunehmenden Widerspruch fest. So schleicht der Onliner
von Heute zwar durch perfekt gestaltete Dungeons und erblickt absolut realistisch
gestylte Dragons, jedoch nimmt hierbei indirekt proportional zu der qualitativen
Verbesserung der Spiele deren allgemeiner Realitätsgrad rapide ab.
Da wandern wir als Krieger, Zauberer oder Zwitter durch wunderschön schauerliche
Gegenden, erblicken plötzlich ein Monster und erlegen, eine gute Internetverbindung
und einen nüchternen Betriebszustand des Spielers vorausgesetzt, diesen
Feind binnen weniger Augenblicke. Man geht ein paar Schritte weiter, sieht
einen weiteren Gegner und schon wiederholt sich diese lebensverneinende Prozedur
von neuem. Diese Aktion wiederholt sich nun tagaus und tagein, über Wochen,
Monate und Jahre, weltweit durch Tausende von Menschen an Tausenden von Monstern.
Nur, so fragt sich der biologisch bewanderte Betrachter verblüfft, wo
kommen denn alle diese Monster eigentlich her?
Wir sind doch alle so aufgeklärt und glauben längst nicht mehr daran,
dass diese Wesen aus einer Blume kriechen. Diese unzähligen Opfer sind
doch irgendwann einmal unter Schmerzen geboren, langwierig ausgebrütet
oder anderweitig geworfen worden.
Hieraus ergibt sich in logischer Konsequenz, dass diese Embryos, Eier oder
Igitt in naher Vergangenheit von zwei heterosexuellen Partnern gezeugt worden
sind.
Doch sofort stellt sich die Frage nach dem Wann und Wo.
Hat denn jemals jamand von uns bei der Pirsch durch die Wälder und Höhlen
jemals zwei Orcs beim Sex erwischt?
Vielleicht zwei Kobolde beim Bumsen?
Oder zwei Ratten beim Rammeln?
Zwei Haie beim Vögeln?
Zwei Oger beim Keulen?
Zwei Skelette beim Klappern?
Zwei Drachen beim Erdbeben?
Wann und wo treiben es denn diese Monster? Wenn man die Anzahl und den Verschleiß
dieser Wesen summiert, dann müsste rein statistisch gesehen permanent
auf jeder Wiese, hinter jedem Busch und unter jedem Stein eine Kopulation
stattfinden.
Doch nichts, nothing, niente, nada, njet.
Existiert denn da vielleicht eine Parallelwelt, von uns Helden unentdeckt,
auf der in aller Ruhe neues Leben gezeugt und erst nach Erreichung der Volljährigkeit
auf den eigentlichen Spielserver transferiert wird?
Und wenn ja, wieso hat denn diesen Server noch keine Firma vermarktet? Mit
so einem Teil könnte man ein Vermögen verdienen.
Man stelle sich einmal vor, die Waffen ruhen zu lassen, und stattdessen exotischen
Sex mit einer Hapyie zu haben, und eine Golemnummer auszuprobieren, und Echsenmenschen-Sex-Shows
die an Heftigkeit und Lautstärke jeden Murenabgang in den Schatten stellen,
und Trolltitten statt Troll töten, und und und... das Paradies schlechthin.
Aber leider ist dem nicht so und so werden wir wieder alltäglich zu Axt
und Schwert greifen müssen, um eintönig Blut statt Samen fließen
zu lassen.
So lange soll uns aber keiner dieser Gameproduzenten kommen und die absolut
realistische Virtualität versprechen. Wir wollen Sex & Crime, und
bei Ersterem haben Piranha Bytes und Freunde noch eine Menge zu lernen.
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