Im Vorgriff auf die nächste Khorinis-Times outet sich Stressi als Sexualforscher


Times: Überrascht haben wir erfahren, dass Sie sich in unser Spiel eingeschlichen haben und hier nur mitmachen, um ihre Forschungsergebnisse zu untermauern

Stressi: Naja, ich beobachte und überprüfe theoretische Kenntnisse an der Praxis.

Times: Herr Professor, sind Online-Spiele besser als Sex?

Stressi: In Anbetracht der Tatsache, dass meine Ehefrau alle Interviews korrekturliest und bei mir ein sehr ausgeprägter Überlebenswille existiert, möchte ich diese Frage mit einem klaren "Das kann man so nicht sagen" beantworten.

Times: Müssen wir mit Indiskretionen rechnen?

Stressi: Sicher nicht. Ich werde z. B. nur Namen verwenden von Personen, die im Game bereits abgedankt haben, also zum Beispiel keinesfalls Samantha sondern Mylanaa

Times: Sie haben soeben eine Studie veröffentlicht, die sogar weit über die Fachkreise hinaus für einige Aufregung gesorgt hat.

Stressi: Ja, das stimmt. Wir haben in einem repräsentativ angelegten Feldversuch die organischen Reaktionen von Sexualpartnern während des Beischlafes mit denen von Online-Spielern während der Ausübung ihres Hobbys verglichen.

Times: Das kann man testen?

Stressi: Mit Hilfe der Messung des Hautwiderstandes konnten wir sehr detaillierte und vor allem überraschende Erkenntnisse zu Tage fördern.

Times: Was ist das Ergebnis Ihrer Studie?

Stressi: Hierzu habe ich eine kleine Grafik vorbereitet aus der man die jeweiligen Erregungsgrade der Testpersonen ersehen kann.

Times: Sehr schön und bunt.

Stressi: Hierbei zeigen die blaue und die rote Linie die Emotionsquotienten der jeweiligen männlichen und weiblichen Beischläfer und die grüne Linie den des durchschnittlichen Online-Spielers.

Times: Erstaunlich, und was sagt uns diese gelbbraune Fläche am linken Bildrand?

Stressi: Dass meine verfressene Sekretärin ihre Buttersemmeln demnächst im Wartesaal des Arbeitsamtes verspeisen wird.

Times: Und was sagt dieses Diagramm nun aus?

Stressi: Selbst der Laie erkennt auf den ersten Blick die annähernde Übereinstimmung des Erregungsgrades aller Testpersonen.

Times: Online-Spiele sind also genauso gut wie Sex?

Stressi: Nicht zwingend. Doch eine genaue Ergebnisanalyse zeigt, dass in vielen Fällen und vor allem bei sehr komplizierten oder gar fehlerhaften Spielen eine extrem hohe Hormonmenge produziert wird.

Times: Der Frust als Lust?

Stressi: Sehr richtig. Den absolut höchsten gemessenen Spitzenwert der Hormonproduktion erreichte in unserem Test weder einer der Beischlafprobanden noch jemand der so genannten Standardspieler, sondern ein per Analog-Modem tätiger Beta-Tester.

Times: Also bringen verbuggte Spiele einen erst so richtig in Fahrt?

Stressi: Diese Erkenntnis scheint im Übrigen auch die Online-Industrie bei ihren letzten Projekten bereits erkannt und berücksichtigt zu haben.

Times: Also sind Online-Spiele doch besser als Sex?

Stressi: Sie kennen meine Antwort.

Times: Vielen Dank für das Interview...

 

 

Times: ...so und jetzt wo das Band abgeschaltet ist, würde ich noch gerne wissen wo man sich bei Ihnen als Testperson bewerben kann?

Stressi: Für die Game- oder Fuck-Group?

Times: Naja, also... äh...

Stressi: Schon verstanden, ich werde Ihnen die Bewerbungsunterlagen zukommen lassen.

Times: Danke und... hmm... wie ist denn Ihre Frau? Besser oder...?

Stressi: ...so aufregend wie ein Online-Aquarium?

Times: Ja, genau.

Stressi: Lassen Sie es mich so formulieren, meine nächste Forschungsarbeit trägt den Titel "Sex mit der Xbox - pervers oder praktisch?".

 

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